Migrantinnen fit für den Arbeitsmarkt

Meheret Negussie: Die Beherrschung der Sprache ist das A und O für eine gute Stelle

"Das PiA-Projekt war sehr wichtig für mich. Es half mir, mit anderen Menschen zu kommunizieren, wesentliche Informationen über den Arbeitsmarkt zu erhalten und mich in die Gesellschaft zu integrieren. Auβerdem hat mir das Programm überhaupt erst ermöglicht, Berufsprofis und Fachleuten zu begegnen.

 

"Für mich war es wichtig, Berufsprofis und Fachleuten zu begegnen"
In ihrem Herkunftsland, Äthiopien, hat Meheret Negussie Redie Bank und Finanzwesen im Commercial College of Finance studiert. Anschlieβend war sie über sechs Jahre in zwei verschiedenen Firmen als Buchhalterin tätig, studierte erneut vier Jahre und erwarb einen "Bachelor of Science" in IT. Leider musste sie 2009 aufgrund der politischen Situation das Land verlassen und flüchtete nach Deutschland – allein und auf eigene Faust.
Empfangen wurde sie in einem Flüchtlingslager in Bayern. Dort bekam die junge Frau Unterstützung für ihren Antrag auf Aufenthaltsgenehmigung. Weiter führte es sie nach Frankfurt am Main, wo sie zunächst einen Deutschkurs B 1 absolvierte. Sie suchte das "FIM Beratungs- und Informationszentrum für Migrantinnen und ihre Familien" auf und das Team verwies sie gleich an das Programm von beramí und jumpp "PiA – Migrantinnen fit für den Arbeitsmarkt".
Die Äthiopierin lieβ ihre Bildungsnachweise und Zeugnisse evaluieren und nahm an allen Modulen teil: "Kompetenzprofil", "Stellenakquise", "PC-Kenntnisse" und "Deutschkenntisse". Hiermit vertiefte sie ihre Deutschkenntnisse. Heute ist sie zwar mit dem PiA-Kurs fertig, nimmt jedoch das Angebot einer Begleitung wahr: Sie ist nun Mentee im beramí-Programm "Einsteigen – Umsteigen – Aufsteigen".
Die Beherrschung der Sprache ist das A und O für eine gute Stelle
"Das PiA-Projekt war sehr wichtig für mich. Es half mir, mit anderen Menschen zu kommunizieren, wesentliche Informationen über den Arbeitsmarkt zu erhalten und mich in die Gesellschaft zu integrieren. Auβerdem hat mir das Programm überhaupt erst ermöglicht, Berufsprofis und Fachleuten zu begegnen. Die Referentinnen haben uns aufgezeigt, wie vielfältig die Möglichkeiten für eine Karriere sind. Sie haben uns gut beraten und in Kontakt mit hilfreichen Personen gebracht. PiA ist genau dafür richtig!", erzählt die 36-Jährige.
Denn, wenn sie eines aus eigener Erfahrung nur zu gut kennt, ist es die Gefahr der Vereinsamung: "Wenn sie ganz allein in ein neues Land kommen, ist es wirklich sehr schwierig. Ich kann Frauen dabei nur empfehlen, auszugehen, Kontakte mit anderen Menschen zu knüpfen, Anlaufstellen wie PiA zu finden: Sie zeigen uns neue Wege und Perspektiven auf und binden uns in ein Netzwerk ein!", rät Meheret Negussie Redie.
Wie es bei ihr weitergeht, weiβ sie heute: Zunächst wird sie erneut einen Deutschkurs besuchen, denn die Beherrschung der Sprache ist das A und O für eine gute Stelle auf dem Arbeitsmarkt. Parallel dazu wird sie einen IT-Unterricht besuchen, um ihre Fachkenntnisse auf die hiesigen Standards anzupassen und Erfahrungen in der Informations- und Technologiebranche zu sammeln.
Ihr Ziel: Meheret Negussie Redie möchte künftig einen guten Arbeitsplatz, passend zu ihren Qualifikationen, finden. Sie ist bereits auf dem richtigen Weg, denn ab Mai 2014 wird die junge Frau ein dreimonatiges Praktikum in der IT-Abteilung der Deutschen Bank absolvieren. Auch hier zeigt sich wieder, dass das lebenslange Lernen – gerade in diesem Bereich – ein Muss ist, um beruflich weiterzukommen…

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