Migrantinnen fit für den Arbeitsmarkt

Vannaroath Ma „Bei PiA konnte ich selbst meinen eigenen Weg suchen“

Seit dem 1. August 2010 und bis Ende Juli 2012 hat Vannaroath Ma eine Ausbildungsstelle als Änderungsschneiderin in Hattersheim. Nach einigen unsicheren Jobs in Deutschland ist sie schlieβlich zu ihren Wurzeln zurückgekommen: „In meinem Heimatland, Kambodscha, war ich gelernte Schneiderin. Dort wird der Beruf traditionell von Generation zur Generation übertragen. Dafür gibt es weder Zeugnis noch Abschluss wie hier in Deutschland“, erläutert die 29-Jährige.

Vannaroath Ma

Vannaroath Ma

Daher musste sie diese Qualifizierung hierzulande nachholen, um wieder in ihrem Wunschberuf tätig zu wer-den. Hierfür profitierte sie von der Hilfe des PiA-Programms. Dieser Werdegang mag wie eine logische Schlussfolgerung erscheinen, doch war der Weg dahin nicht unbedingt geradlinig... Als Vannaroath Ma vor vier-einhalb Jahren ihrem Mann in die Bundesrepublik folgte – er hatte in Deutschland einen Beruf gelernt, studiert und gearbeitet – war sie hingegen zunächst ohne Beschäftigung. Sie besuchte einen Integrationskurs bei AWO, arbeitete anschlieβend im Frank-furter Flughafen über ein Jahr als Flugzeug-Reinigungskraft. Dann startete sie eine Ausbildung als Schneiderin, die sie aufgrund sprachlicher Mängel aufgeben musste. Danach stieg sie als Änderungsschneiderin in einen Bekleidungsladen ein, bekam die Kündigung, als sie während ihrer Schwangerschaft krank wurde. „Eins war mir klar: Ich musste unbe-dingt mein Sprachniveau verbessern. Während der Schwangerschaft nahm ich am Integrationsprojekt, ,Aktiv ankommen - Aktiv teilhaben’ bei beramí bis zur Entbindung teil. Als mein Sohn drei Monate war, ging ich oft ins Familienzentrum Monikahaus. Dort konnte ich meine Deutsch-Aussprache verbessern. Später entschied ich mich, nach der Geburt unseres Sohnes, heute zwei Jahre alt, wieder zu beramí zu gehen, um mich beraten zu lassen“, so die entschlossene Frau.

Das Schönste ist, Kraft aus sich selbst herauszuholen

So erfuhr sie von dem PiA-Programm, nahm am Modul „Stellenakquise und Vermarktung des Kompetenzprofils“ teil und erhielt individuelle Coachings. „Dort habe ich andere Inputs bekommen. Es wurde mir klar, dass ich eigentlich meinen geliebten Beruf wieder sehr gerne ausüben möchte. Die Bedingung war aber, dass ich einen deutschen Berufsabschluss hierfür erlangen musste, obwohl ich bereits Berufserfahrung besaβ… Die Beraterin hat mir geholfen, Adressen zu recherchieren, Stellenangebote zu finden und mich entsprechend zu bewerben. Und es hat geklappt! Ich hatte ein Vorstellungsgespräch und nach drei Wochen eine Ausbildungsstelle!“, freut sich Vannaroath Ma.

PiA habe ihr des Weiteren wieder „Mut und Energie“ gegeben, weiterzugehen – das habe ihr insbesondere gut gefallen. „Wir haben unsere Stärken entdeckt. Ich z. B. wusste vorher nicht, welches Potenzial in mir steckte! Bei PiA konnte ich selbst meinen eigenen Weg suchen und auch finden. Das Schönste ist, dass wir die Kraft aus uns selbst herausgeholt haben!“, so die begeisterte Teilnehmerin. Aus diesem Grunde empfiehlt sie Gleichgesinnten, auch dieses Programm durchzulaufen. Schlieβlich habe PiA alle Frauen individuell bei der Erkennung und Lösung ihrer Probleme unterstützt, sei es z. B. in der Familie, bei Kinderbetreuung oder Jobsuche. Heute, nach dem Kurs, begrüβt die Kambodschanerin einen weiteren positiven Aspekt des Pro-gramms: „PiA bietet ebenfalls eine tolle Netzwerkplattform. Ich treffe mich immer noch regelmäβig mit einigen ehemaligen Teilnehmerinnen. Wir tauschen uns aus, geben uns gegenseitig Tipps bei Bewerbungen oder Arbeitssuche“, so die Schneiderin. Ich bedanke mich für alle Hilfe und Unterstützung von PiA. Ohne das Pogramm wäre ich nicht so weit gekommen“.

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