Migrantinnen fit für den Arbeitsmarkt

Sara Frances Nicolay: "Heute habe ich alles, was ich wollte!"

Mobile-Portal-Specialist bei Samsung: Das ist heute die Berufsbezeichnung der spanischen PiA-Teilnehmerin Sara Frances Nicolay (27). Die junge Frau ist seit Februar für ein Jahr für Spanien, Portugal und Italien zuständig. "Das Unternehmen wollte je­manden mit guten Sprach­kenntnissen. Für diesen Markt wünschten sie sich aber keine deutsche Mitarbei­terin", erläutert die 27-Jährige ihre Vorteile am Arbeitsmarkt. Zunächst war sie für die iberi­sche Halbinsel zuständig, neulich hat sie Italien hinzu bekommen.

Sara Frances Nicolay

In ihrem neuen Job geht es um Wap-Service für Mobilte­lefone, Marketing, Kundenge­winnung und Markt-Analysen. "Bislang sind alle zufrieden", schmun­zelt sie. Alle – auch sie: "Nun blicke ich optimis­tisch in die Zukunft, ich habe alles, was ich wollte!" Eine schnelle Integration, denn Sara ist seit dreieinhalb Jahren in der Bundesrepu­blik… und konnte anfangs kein einziges Wort Deutsch! Kein Wunder: Über Erasmus absolvierte sie einen Teil ih­res BWL-Studiums, der Diplo­matura, in Polen. Mit Englisch-Kenntnissen war sie bestens bewappnet! Das EU-Studenten-Programm fungiert bekannterweise als Schmelz­tiegel der Kulturen – so kam es, dass Sara ihren deut­schen Lebensgefährten dort kennenlernte. Nach dem Stu­dium gelangen sie nach Han­nover, und Sara nahm an ei­nem Auβenwirt­schaftskurs für Migranten teil. Das Pro­gramm beinhaltete je drei Monate Theorie und Prakti­kum. Letzteres absol­vierte sie beim Stromkonzern Ener­city. "Ich habe auch die spa­nische Sprache vermittelt und bei Caritas gearbeitet: Ich habe spanisch sprechen­den Pensionierten EDV un­terrichtet, habe sie bei Exkur­sionen in der Nähe begleitet. Es hat richtig Spaβ gemacht!", schil­dert die Spa­nierin ihre schritt­weise Inte­gration.

„Ich kann Deutsch – und viele andere Sachen“

Als ihr Freund eine Stelle in Frankfurt bekam, erfreute sie sich bereits der besseren Jobmöglichkeiten in der inter­kulturellen und viel internatio­nalen Mainmetropole. Und doch: Sie hat lange nach ei­ner Stelle gesucht. Zwar hat­te sie ein lehrreiches Prakti­kum angefangen, doch waren die zwischenmenschlichen Komponenten etwas schwie­rig, so dass sie letztendlich keine gute Erfahrung in Erin­nerung hatte… Als Empfängerin von Arbeits­losengeld 2 informierte sie ihr persönlicher Ansprechpartner des Rhein-Main-Jobcenters über das PiA-Programm von beramí und Frauenbetriebe. Sara nahm an der Assessment-Woche teil und erhielt fast zeitgleich zwei Stellenangebote. "In dieser Woche habe ich so viel auf­bauende Inputs bekommen, dass ich sehr schnell viel mehr Vertrauen in mich selbst hatte. Diese positive Aus­strahlung hat dazu geführt, dass ich gleich zu zwei Vor­stellungsgesprächen eingela­den wurde! Ich habe auch viel im Internet, z.B. über Xing, gesucht. Ich habe mich bei PiA sehr gut aufgehoben gefühlt, alles fühlte sich sehr positiv an. Ich habe viele tolle Frauen kennengelernt, und auch gesehen, dass es mir im Vergleich zu manchen Lebensgeschichten relativ gut ging. Heute sage ich nicht mehr ‚Ich kann ein bisschen Deutsch’, sondern ‚Ich kann Deutsch – und viele andere Sachen’. Dies habe ich dem PiA-Programm zu verdanken", erläutert die Mo­bile-Portal-Spezialistin.

Ihr Tipp für gleichgesinnte Frauen: "Sie müssen an sich selbst denken, Sie können al­les versuchen, alles ist mög­lich. Trauen Sie sich, übers Internet eine passende Ar­beitsstelle zu suchen". Viele PiA-Teilnehmerinnen haben das World Wide Web als Hilfe zur Jobsuche erst in der PiA-Assessment-Woche entdeckt und sich somit neue Zugänge geschaffen. "Ich finde es schön, dass ich durch die Coachings heute noch beglei­tet werde: Somit kann ich weitere Entwicklungspläne schmieden". Denn bis die Teilnehmerinnen sich am Ar­beitsmarkt fest etabliert ha­ben, bietet ihnen PiA Coachings zur Nachhaltigkeit an.

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