Migrantinnen fit für den Arbeitsmarkt

Hauptsache eine Arbeit, Hauptsache mit Kindern!
 

Zahra Ziaei

Zahra Ziaei

Elf Jahre Kindergärtnerin in Iran, heute eine Ausbildung mit zugesagter fester Stelle in einer Frankfurter Kinder-Betreuung - und dazwischen ein verlorener Koffer, der sämtliche Abschluss-Zeugnisse beinhaltete. Dies ist der eher steinige Weg der selbstbewussten 49-Jährigen Zahra Ziaei zwischen Iran, USA und Deutschland. Das PiA-Programm „Migrantinnen fit für den Arbeitsmarkt“ hat sie bei dem Herausarbeiten ihrer Fähigkeiten begleitet und für den hiesigen Arbeitsmarkt qualifiziert.

Frankfurt (san). – Trotz hoher Qualifikation und Kompetenzen fand Zahra Ziaei in Deutschland keine passende Stelle. Als die Iranerin 1990 in die Bundesrepublik zog, konnte sie mit ihrem Abschluss und elfjähriger Erfahrung als Kindergärtnerin – zwei davon als Leiterin – nichts anfangen. Erschwerend hinzu verschwand während der Reise der Koffer, der von ihrem ganzen vergangenen beruflichen Leben zeugte: Alle Zertifikate und Abschluss-Zeugnisse waren auf einem Schlag fort… In Zeiten nicht anerkannter ausländischer Abschlüsse war es keine gute Nachricht. Dennoch fand die mutige Frau, heute mit deutscher Staatsangehörigkeit, ihren eigenen Weg.

Zunächst machte sie eine Ausbildung als Friseurin und Kosmetikerin, konnte jedoch aufgrund fehlender Betreuung ihre damals Kleinkinder tagsüber nicht unterbringen. Sie entschied sich, samt Familie einem Freund nach USA zu folgen: In diesen fünf Jahren kam sie zu ihrem ursprünglichen Steckenpferd zurück, Kinder betreuen. „Old Germany“ rief aber dann doch, und Zhara Ziaei kam – dieses Mal mit Koffer – in die Mainmetropole zurück.

„Nach den Modulen wusste jede, welchen Weg sie einschlagen würde“

Ihre erste Station war die Arbeitsagentur, eine Stelle musste her. Dort haben die Berater sie sofort an das PiA-Programm „Migrantinnen fit für den Arbeitsmarkt“ verwiesen. Das Projekt unter­stützt Migran­tinnen mit unkon­ventionellen Mitteln und Einsatz, zeigt ihnen auch einfach ihre Möglichkeiten auf, weil sie diese oft selbst nicht sehen. Das Programm führen die Frankfurter Vereine Frauenbetriebe Qualifi­kation für die berufliche Selbständigkeit e.V. und beramí berufliche Integration e.V. durch.

„Vier Monate lang habe ich an den Qualifizierungsmodulen teilgenommen. Ich konnte meine Berufswünsche wieder aufnehmen und neue Hoffnungen hegen: Hauptsache mit Kindern arbeiten! Seit August 2007 bin ich für ein Jahr in Ausbildung als Kindergärtnerin. In dieser Einrichtung für Kinder-Betreuung habe ich bereits eine Zusage für eine feste Stelle. Sicherlich lag es teilweise an meiner langjährigen Erfahrung in der Branche, auch als Leiterin“, freut sich die Wahlfrankfurterin.

„Ob im Coaching oder Unterricht: Alle PiA-Referentinnen waren äuβerst hilfsbereit. Vor dem Deutschkurs konnte ich z.B. fast nur Englisch sprechen, ich hatte Goethes Sprache in USA verlernt…Sie haben mir – und uns allen – Mut gemacht und geholfen, jeweils den geeigneten Pfad zu finden. Ich war bereits eine mutige Frau aber nach dem Programm fühlte ich mich wie gewachsen, viel selbstbewusster“, berichtet die 49-Jährige. Und PiA trägt seine Früchte über die Trainingszeiten hinaus: Denn die Teilnehmerinnen bilden eigeninitiativ ein kleines Netzwerk, das für gegenseitige Unterstützung sorgt.

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